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BEST-Forschungsprojekt: Befragungsstandards für Deutschland

Im Rahmen der Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Anwender-Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit“ haben die School GRC  und das Institut für Kriminalistik gemeinsam mit den Verbundpartnern den Zuschlag für ein neues hochspannendes und topaktuelles Forschungsprojekt erhalten.

Im Verbund

mit dem Landeskriminalamt Niedersachsen und der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Bundeskriminalamt, CMS Hasche Sigle, der Deutschen Polizeihochschule und dem Landesinnenministerium Rheinland-Pfalz | ISIM als assoziierte Partner wird das Institut über eine Laufzeit von 30 Monaten zum Thema „Befragungsstandards für Deutschland - BEST“ forschen.

Ziel von BEST ist es, Standards für Vernehmungen im polizeilichen sowie Befragungen im unternehmerischen Bereich zu erforschen.

Fokus der Untersuchung

sind Befragungen sowohl im staatlich-institutionellen Kontext als auch in der privatwirtschaftlichen Ermittlungsarbeit. Besonders erstere haben zumindest einen strafprozessual vorgegebenen Rahmen, jedoch sind die Erforschung sowie auch die Aus- und Weiterbildung in den vergangenen Jahrzehnten stark in den Hintergrund gerückt. Im unternehmerischen Kontext gibt es weit weniger enge rechtliche Grenzen, die Entwicklung von Befragungsarten folgt hier noch keinem methodischen Ansatz.

Befragungen, als „Kommunikationsprozesse, deren Ziel es ist, möglichst umfassende Informationen über einen Sachverhalt zu gewinnen“ stellen äußerst komplexe Handlungssituationen mit umfangreichen Anforderungen an die Beteiligten dieser Situation dar. Diese sowohl kognitiven, sozio-kulturellen, psychologischen als auch fachspezifisch kriminalistischen Herausforderungen, welche von Situation zu Situation verschieden sind und je nach beteiligten Personen unterschiedlich ausgeprägt sind, gilt es im Rahmen dieses Forschungsprojektes zu untersuchen und auszuwerten. Ziel ist es, rechtliche, organisatorische und taktische Lücken aufzuzeigen und Vorschläge zu unterbreiten, wie diese Lücken geschlossen werden sollen.

Als Grundlage der Untersuchung

sollen sowohl polizeiliche als auch unternehmenseigene BEfragungsmethoden untersucht und häufig auftretende Fehler analysiert werden. Die Datenerhebungen erfolgen mittels schriftlicher Befragung von Polizeiangehörigen und Wirtschaftsvertretern, der teilnehmenden Beobachtung an Beschuldigtenvernehmungen sowie der Auswertung von audiovisuellen Aufzeichnungen, die auch aus quasi-Experimenten gewonnen werden. 

Ziel ist es

damit, die Befragungspraxis in Deutschland theoretisch zu untermauern und Standards für „gute“ Befragungsmethoden zu definieren, welche sowohl im polizeilichen als auch im unternehmensinternen Kontext zur Anwendung kommen sollen. Die Ergebnisse werden in Richtlinien und Leitfäden überführt, so dass sie direkt in Vernehmungen der Polizei und in investigativen Interviews der Wirtschaft umgesetzt werden können.